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Das Merkur-Jahr ist
im Ganzen mehr trocken als feucht und insgesamt auch mehr kalt als warm. Es ist
nur selten fruchtbar.
Frühling:
Der ausgehende März ist
warm, die Wiesen fangen an zu grünen. Aber der April ist gleich anfangs bis
gegen den 24. trocken, kalt und ungeschlacht, danach schön lieblich und warm.
Der Mai hat nach dem Anfang etliche raue Tage, danach ist es bisweilen warm und
schön. Öfter aber ist der Frühling in der zweiten Hälfte überwiegend kalt
und rau, so dass sowohl der Wein als auch der Winterbau gefährdet sind und die
Blüte erfrieren kann. Auch die Gartenfrüchte können sich in solchen Jahren
nicht recht entwickeln.
Sommer:
Im Sommer fällt ziemlich
viel Regen, von dem die Erde jedoch nicht recht erquickt wird. Es gibt zwischen
den Regenzeiten immer wieder schöne Tage, so dass Heu und Getreide eingebracht
werden können. Man muss jedoch jede Gelegenheit nutzen und darf nicht zu lange
warten.
Herbst:
Der erste Teil des Herbstes
bringt viel Regen, Frühreif und Frost. Wenn aber die Hälfte des Oktobers
vorüber ist, beginnt endlich schönes, trockenes Wetter, das bis zum Beginn der
Adventszeit andauert. Nur ab und zu gibt es ein wenig Regen. Man braucht sich
deshalb weder mit der Weinlese noch mit der Herbstsaat sehr zu beeilen.
Winter:
Nach dem angenehmen,
schönen Herbst kommt der Winter Anfang Dezember sehr plötzlich. Es schneit
zuerst auf den feuchten Boden und friert dann zu. Große Kälte und Schnee
bleiben bis in den Februar, der sich etwas lind anlässt. Um die Mitte dieses
Monats schneit es aber wieder zu, und bis gegen den 4. März herrscht große
Kälte. Dann wird es etwas milder, aber es schneit gleich wieder, auch die
Kälte setzt erneut ein und dauert bis Ende März. Um diese Zeit kommen auch
Sturmwinde auf. Man muss rechtzeitig genügend Futter herbeischaffen.
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Was ist der
"hundertjährige Kalender" ?
Den 100-jährigen Kalender gibt es
eigentlich streng genommen gar nicht, sondern nur einen 7-jährigen.
In den Jahren 1652
bis 1658 führte der fränkische Zisterzienser Abt Mauritius Knauer
(1613-1664) genau Buch mit detaillierten Wetteraufzeichnungen und
himmelskundlichen Beobachtungen. Knauer kümmerte sich damals um die
Wirtschaft seines Klosters, dass nach dem 30-jährigen
Krieg am Boden lag. Diesem Zweck dienten neben der Wiedereinführung
von Frondiensten auch die Beteiligung an einem Eisenbergwerk und die
Erarbeitung des Calendarium
Oeconomicum Perpetuum Practicum, mit dem seine Mönche in die Lage
versetzt werden sollten, das Wetter für die Feldwirtschaft sicherer
vorhersagen zu können.
Die von späteren
Bearbeitern daraus abgeleiteten "Wetterprognosen" gehen von
der fälschlichen Annahme aus, dass sich das Wetter unter dem
Planeteneinfluss alle 7 Jahre exakt wiederholen würde und in festen
Glauben daran, wurde auch der auf hundert Jahre hochgerechnete Kalender
so erstellt. Trotz des irrtümlichen Ansatzes lassen sich auch in der
heutigen Zeit immer wiederkehrende Wetterentwicklungen nicht ganz von
der Hand weisen. Insbesondere in der ländlichen Bevölkerung scheint
die Anziehungskraft und der Glaube an die Richtigkeit des Kalenders
ungebrochen. |
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