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Wissenswertes rund um das Wetter
Schwendtage, Lostage, und der 100-jähr. Kalender

Die Schwendtage

Unter einem Schwendtag (auch: verworfener Tag oder Unglückstag) versteht der Volksglaube einen Tag, an dem nichts Neues (z. B. Urlaub, Reise, Arbeit, Operation, Heirat, Verlobung, Geschäftsabschlüsse) begonnen werden sollte. Besonders am 13. März, 18. August, 1., 3. u. 30. September - wer an diesen Tagen geboren wird, der sollte nicht lange oder wenigstens nicht sonderlich glücklich leben.
Drei Tage sind besonders unheilverheißend, ein Blutverlust an diesen Tagen bedeute den Tod binnen sieben oder acht Tagen, auch ein solcher Geburtstag sei mehr als bedenklich: Der 1. April, an dem Judas geboren wurde, am 1. August, als der Teufel (Luzifer) vom Himmel geworfen wurde und der 1. Dezember, dem Tag des Untergangs von Sodom und Gomorrha [handschriftl. aus Stendal, KUHN u. SCHWARTZ, C. 460 | vgl. 1. MOSE 19, 24-29].

Die Schwend­tage gel­ten als jähr­lich fest­ste­hend und gal­ten frü­her wäh­rend des gan­zen Jahres als Beson­der­heit. Die Amtskirche konn­te trotz großer Be­mü­hun­gen den über­lie­fer­ten Glau­ben, dass man an sol­chen Ta­gen nichts Neues an­fangen sol­le, lange Zeit nicht aus­rot­ten. Erst mit der mo­der­nen Zeit ge­rie­ten sie als Aber­glau­be in Ver­ges­sen­heit. Heu­te wis­sen nur noch w­eni­ge über­haupt um die­se Tage. Je­doch wer­den sie in so­ge­nann­ten Bauern­ka­len­dern im­mer wie­der als Bauern­re­geln ge­nannt und die ent­spre­chen­den Rat­schlä­ge ver­brei­tet.
Be­reits im an­ti­ken Rom waren Un­glücks­ta­ge ka­len­da­risch be­nannt. Hier wur­den sie als dies ater ("schwarzer Tag") be­zeich­net.

Wäh­rend an den Schwend­ta­gen be­stimm­te Tätig­kei­ten un­ter­las­sen wer­den sol­len, em­pfeh­len die Lostage be­stimm­te Ar­bei­ten oder wei­sen auf kom­men­de Er­eig­nis­se hin (z.B. Wet­ter­um­schwung).

Schwendtage (unglückliche Tage) im Überblick:

Januar: 2., 3., 4., 18.
Februar: 3., 6., 8., 16.
März: 13., 14., 15., 29.
April: 19.
Mai: 3., 10., 22., 25.
Juni: 17., 30.
Juli: 19., 22., 28.
August: 1., 17., 21., 22., 29.
September: 21., 22., 23., 24., 25., 26., 27., 28.
Oktober: 3., 6., 11.
November: 12.

einzig der Dezember hat keine Schwendtage.

Davon erheblich abweichend sind die Schwendtage aus Stendal (in der Altmark) überliefert:

Januar: 1., 3., 6., 17., 18.
Februar: 8., 16., 17.
März: 1., 12., 13., 15.
April: 3., 15., 17., 18.
Mai: 8., 10., 17., 30.
Juni: 1., 7.
Juli: 1., 5., 6.
August: 1., 3., 18., 20.
September: 15., 18., 30.
Oktober: 15., 17.
November: 11., 17.
Dezember: 1., 7., 11.


Die Lostage

Als Lostage werden bestimmte Tage des Jahres bezeichnet, welche besonders für die ländliche Bevölkerung einen Hinweis für die weitere Wetterentwicklung der nachfolgenden Wochen oder Monate geben, und welche für die Verrichtung bestimmter landwirtschaftlicher Arbeiten bedeutsam sind. Auch heute noch finden viele gärtnerische Tätigkeiten unter Berücksichtigung dieser Witterrungsregeln statt.
Der Glaube an die Lostage geht auf Gebräuche des Altertums zurück, die später von der christlichen Kirche übernommen wurden. Im Mittelalter wurden diese Termine (und andere Bauernregeln) meist mündlich sowie in landwirtschaftlichen Kalendern überliefert.

Insgesamt gibt es 84 Lostage, die bekanntesten sind:

Eisheilige, 11. - 15. Mai
In Norddeutschland gelten die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige (Mamertus, Pankratius und Servatius).
Im Süden und Südosten Deutschlands kommt noch der 14. (Bonifatius) und der 15. Mai (kalte Sofie) hinzu, wohingegen der 11. (Mamertus) hier nicht gültig ist. Diese eintägige  Differenz beim Beginn der "Eisheiligen" erklärt sich aus dem Zeitraum, den die Kaltluft bei Eintritt der Nord-Wetterlagen benötigt, um von Nord nach Süd vorzudringen.

Schafskälte, 10. - 12. Juni
Mitte Juni tritt in Mitteleuropa relativ häufig ein Kälterückfall auf, ausgelöst durch Zufuhr von Polarluft, der als "Schafskälte" bezeichnet wird. In diesem Zeitraum liegt die Wahrscheinlichkeit für eine überdurchschnittliche Eintrittswahrscheinlichkeit bei gut 50 Prozent.

Siebenschläfer, 27. Juni - 01. Juli
Verläuft der Jetstream in einer relativ südlichen Lage über dem Ostatlantik und Europa, so wird im Mittel ein hoher Luftdruckunterschied zwischen dem sogenannten Islandtief und Azorenhoch aufgebaut. Dies führt zu einer übernormal lang andauernden Zufuhr feuchter und im Sommer als kühl empfundener Luftmassen vom Atlantik nach Mitteleuropa. Statistische Auswertungen besagen, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit der Siebenschläferregel zwischen gut 50 bis 70 Prozent liegt.

Hundstage, 23.Juli - 23. August
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff "Hundstage" heutzutage für sommerliche Hitzeperioden verwendet. In deutschen Kalendern und Büchern wird häufig der Zeitraum vom 23.7. - 23.8. (Sonne im Tierkreiszeichen Löwe) als 'Zeit der Hundstage' bezeichnet.
Die Zuordnung zum Kalender erfolgte im alten Griechenland. Mitte Juli bis Mitte August (gregorianisch) war und ist in Griechenland die heißeste Zeit des Jahres. Zugleich war um den 20. Juli vor rund 2000 Jahren der Aufgang des Sirius im 'Großen Hund' zu beobachten, womit die Hundstage anbrachen.

Altweibersommer, Mitte September - Anfang Oktober
Es handelt sich um eine beständige frühherbstliche Hochdrucklage über Mitteleuropa, die besonders häufig Mitte September bis Anfang Oktober auftritt und mit sommerlichen Temperaturwerten am Tag und kühlen Nächten (starke Taubildung) einhergeht.
Der Begriff "Altweibersommer" geht auf das altdeutsche Wort "weiben" zurück, was weben bedeutet. Die sich über Nacht stark abgekühlte Luftfeuchtigkeit führt am nächsten Morgen zu deutlich sichtbarere Tautropfenbildung an gewebten Spinnennetzen.

Martinssommer, 11. November
Der Martinssommer bezeichnet eine in Mitteleuropa um den Martinstag (11. November) in vielen Jahren vorkommende Schönwetterperiode die für diese Jahreszeit zu mild ist. Sie wird verursacht durch ein Hochdruckgebiet über Mittel- oder Osteuropa mit Zufuhr von Warmluft aus südlichen Breiten.

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Der Hunderjährige Kalender- das Jahr 2020 im Überblick

Das Mond-Jahr beginnt in den ersten Monaten des Jahres klirrend kalt. Das Frühjahr startet nass. Der Mai fängt schön an, dann aber wird es wieder kalt. Sogar Frost ist möglich. Erst Ende des Monats gibt es wieder eine Schönwetterperiode. Der Sommer beginnt kühl, neblig und regnerisch. Der August zeigt sich als wahrer Sommermonat, bevor im September schon der erste Frost auftritt. Der Winter kommt schon früh. Schon im Oktober gefriert es oft, das Wetter ist sehr unbeständig. Der November wird außergewöhnlich frostig und das Jahr endet mit einem Mix aus Regen und Schnee.
Die Ernteaussichten: Gerste und Hafer werden mittelmäßig bis gut. Ähnlich Wicken, Erbsen, Linsen und Hirse. Kraut, Wirsing und Kohl schadet der Regen, von dem es eine ungewöhnlich große Menge gibt. Dieser schädigt auch die ohnehin spärliche Ernte an weißen Rüben. Heu gibt es genug, aber wenig Grummet. Die Herbstsaat soll zeitig begonnen werden.


Frühling:

Der Frühling wird feucht aber sehr warm. Und das obwohl es einige Frosttage gibt.

Sommer:

Der Sommer ist sehr warm, setzt aber spät ein. Vom 7. - 14. September kann bereits etwas Frost kommen.

Herbst:

Der Herbst ist kalt, anfangs feucht und unbeständig. Vom 14. Oktober an herrscht fast beständige Kälte und Frost mit Regen und Schnee untermischt. Anfangs November starker Regen, sodann Frost. In der Mitte des Monats einige milde Tage, dann aber Schnee.

Winter:

Der Winter ist anfangs mittelmäßig kalt. Später sehr regnerisch. Besonders im Dezember wechseln Regen und Schnee. Nach dem 20. Dezember kommt große Kälte bis um den 12. Januar. Nach mehreren milderen Tagen folgt Kälte bis zum 25. Januar. Erneut Regen. Dann folgt wieder Kälte. Anfang Februar wieder mehr Regen, dann aber Schnee. Neuerdings Regen. Vom 17. Februar an eher mild. Die ersten Märztage sind kalt, dann aber wird es sehr warm für die Jahreszeit. Das Ende des Monats ist heiter aber kalt.

Was ist der
"hundertjährige Kalender" ?

Den 100-jäh­rigen Kalen­der gibt es ei­gent­lich streng ge­nom­men gar nicht, son­dern nur ei­nen 7-jäh­rigen.

In den Jah­ren 1652 bis 1658 führ­te der frän­kische Zis­ter­zien­ser Abt Mauritius Knauer (1613-1664) ge­nau Buch mit de­tail­lier­ten Wet­ter­auf­zeich­nungen und him­mels­kund­lichen Beob­ach­tungen. Knauer küm­mer­te sich da­mals um die Wirt­schaft seines Klos­ters, dass nach dem 30-jäh­rigen Krieg am Bo­den lag. Die­sem Zweck dien­ten neben der Wie­der­ein­füh­rung von Fron­diens­ten auch die Be­tei­ligung an ei­nem Eisen­berg­werk und die Er­ar­bei­tung des Ca­len­da­rium Oeco­no­mi­cum Per­pe­tuum Prac­ti­cum, mit dem seine Mön­che in die La­ge ver­setzt wer­den soll­ten, das Wet­ter für die Feld­wirt­schaft siche­rer vor­her­sa­gen zu kön­nen.

Die von spä­te­ren Bear­bei­tern dar­aus ab­ge­lei­teten "Wet­ter­prog­no­sen" ge­hen von der fälsch­lichen An­nahme aus, dass sich das Wet­ter unter dem Pla­ne­ten­ein­fluss al­le 7 Jahre ex­akt wie­der­ho­len wür­de und in fes­ten Glau­ben da­ran, wur­de auch der auf hun­dert Jahre hoch­ge­rech­nete Ka­len­der so er­stellt. Trotz des irr­tüm­lichen An­sat­zes las­sen sich auch in der heu­ti­gen Zeit im­mer wie­der­keh­ren­de Wet­ter­ent­wick­lungen nicht ganz von der Hand wei­sen. In­sbe­son­der­e in der länd­lichen Be­völ­ke­rung scheint die An­zie­hungs­kraft und der Glau­be an die Rich­tig­keit des Ka­len­ders un­ge­bro­chen.

 

Die Planeten-Jahre beginnen jeweils am 21. März und enden am 20. März des folgenden Jahres.

(C) Grafiken by WikipediA

Saturn-Jahre

Jupiter-Jahre

Mars-Jahre

Sonne-Jahre

Venus-Jahre

Merkur-Jahre

Mond-Jahre

. . .

1959

1960

1961

1962

1963

1964

1965

1966

1967

1968

1969

1970

1971

1972

1973

1974

1975

1976

1977

1978

1979

1980

1981

1982

1983

1984

1985

1986

1987

1988

1989

1990

1991

1992

1993

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

2026

2027

2028

2029

2030

2031

2032

2033

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Das Jahr 2020 detailliert

Januar

1. - 29.

grimmige Kälte, es regnet und schneit nicht, kein Windhauch

30. - 31.

milder, es kommt Wind auf und es nieselt

 

Februar

1. - 3.

trübe und lind

4. - 6.

trübe und kalt

7.

schöner lieblicher Tag

8. - 12.

Regen und starker Wind

13.

es schneit und große Kälte kommt

14. - 28.

große Kälte

 

März

1. - 3.

große Kälte

4. - 5.

es schneit abends

6. - 20.

große Kälte

21. - 29.

rauhes Wetter herrscht und Sturmwinde

30. - 31.

Regen fällt

 

April

1. - 9.

windig, trübe mit Regen

10. - 11.

schöne warme Tage

12. - 13.

es regnet stark

14. - 20.

rauhes Wetter und kalt

21. - 25.

es ist schön, aber windig

26. - 30.

es regnet

 

Mai

1. - 9.

herrlich schönes Wetter

10. - 13.

es regnet

14. - 15.

wieder schöne Tage

16.

Regen

17. - 22.

kalt

23.

es hagelt mehrfach und sehr kalt

24.

nochmal Reif und Frost

25. - 27.

es regnet stark

28. - 29.

kalt

30. - 31.

wieder schön warm

 

Juni

1. - 4.

herrlich schönes Wetter

5.

sehr nebelig

6.

starker Regen

7. - 27.

schönes warmes Wetter, es regnet nur 2 mal kurz

28. - 29.

es regnet

30.

sehr kalte Nacht

 

Juli

1.

Nebel!

2. - 5.

unbeständiges Wetter mit Regen

6. - 13.

windig, kühl, bewölkt mit teilweise Sonnenschein

14.

großer Platzregen

15. - 31.

schön bis schwül warm

 

August

1. - 8.

schönes warmes Wetter bis sehr warm

9. - 10.

trübe und regnerisch

11. - 20.

große Hitze, unleidlich schönes warmes Wetter

21. - 26.

Regenwetter

27. - 31.

schön warm bis heiß

 

September

1. - 6.

schön warm

7. - 12.

starker Reif früh morgens

13.

es friert schon!

14.

starker Regen

15. - 16.

schöne Tage

17.

Regen den ganzen Tag

18. - 21.

schönes Wetter

22. - 30.

trübes Wetter mit Regen

 

Oktober

1. - 13.

unbeständig

14. - 22.

sehr kalt, druchgehend mit Frost!

23. - 24.

ein wenig Regen fällt und es friert!

25. - 28.

es fallen immerfort Regen und Schnee

29. - 30.

kalt und gefroren

31.

wieder Regen

 

November

1. - 5.

starker Regen

6. - 11.

klar, kalt, es friert

12.

Regen

13. - 20.

klar, kalt, es friert

21. - 28.

es ist lind

29. - 30.

es gefriert stark und wintert zu

 

Dezember

1. - 2.

kalt

3.

es fällt Schnee

4. - 12.

es geht steter und kräftiger Regen nieder

13. - 19

trüb ohne Regen und warm

20.

es fällt viel Schnee

21. - 31.

recht kalt, mehr trüb als klar

 

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